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24.04.2008 | Christian Cahn von Seelen

"Teurer Irrweg ins Ausland"

Vor einem Jahr berichteten wir unter dem Titel „Renaissance des Standorts Deutschland“ von der zunehmend kritischen Sicht auf Produktionsverlagerungen ins Ausland. Wenn auch die lokalen Kosten in den meisten Fällen niedriger sind, wird der Aufwand für Management, Logistik und Qualitätssicherung häufig unterschätzt und macht die gewünschten Einspareffekte zunichte.
Unter dem Titel „Teurer Irrweg ins Ausland“ berichtet nun die SZ (23.4.2008) von einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des VDI , die am Rande der Hannover Messer vorgestellt wurde. Bruno Braun, Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und Vorstandsvorsitzender des TÜV Rheinland benutzte ebenfalls das R-Wort: "Was wir erleben, ist eine Renaissance des Standortes Deutschland", so Braun im VDI-Portal.
Eine weitere Studie von PricewaterhouseCoopers zusammen mit dem Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik bestätigt dies teilweise sogar für den reinen Einkauf von Zulieferteilen, insbesondere aus China.
Bis zu einem Drittel der deutschen Unternehmen, die in China einkaufen, zahlen insgesamt mehr für die Produkte, als bei einem Bezug in Deutschland, so die Studie. Im Extremfall beträgt der Kostennachteil bis zu 30% - und wird von den Unternehmen entweder mit strategischen Sourcing-Vorgaben begründet, oder mit der Notwendigkeit, offiziellen Stellen in China eigene Aktivitäten nachweisen zu können.
Insbesondere kleine Unternehmen sind im Nachteil, da sie in aller Regel nicht die Infrastrukturen haben, um die chinesischen Lieferanten ausreichend zu kontrollieren. Kein Wunder, dass der Spiegel schon titelt: China wird für deutsche Firmen zum Minusgeschäft .
Der Weg, den wir zusammen mit vielen unserer Kunden gehen, über die Realisierung der Produktivitätspotentiale und Hochleistung in der Führung die immer klarer werdenden Vorteile des Standorts Deutschland zu nutzen, erfährt eine weitere Unterstützung durch die aktuellen Trends der Lohnkosten. Aufgrund des moderaten Anstiegs der Arbeitskosten in 2007, findet sich Deutschland im EU weiten Ranking nun nur noch auf Rang 7. Natürlich wird es noch etliche Jahre dauern, bis die neuen Beitrittsländer in Osteuropa ihre Lohnkostenvorteile verlieren, jedoch zeigt das Beispiel Rumänien mit einem 30%igen Anstieg in 2007 und dem wochenlangen Streik der Dacia-Arbeiter, dass die Lohnkosten alleine kein Verlagerungsgrund sein können.
PQ+ wird weiter gemeinsam mit unseren Kunden an der Sicherung des Standorts Deutschland arbeiten, durch unsere Beratungsleistungen ebenso wie durch unsere erfahrenen Interim-Manager, die schon manche Standort(rück)verlagerung begleitet haben.

Archiviert in:  PQ+ Intern

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